Herzenspfade oder wie gelebte Trauer uns stark macht

Das Thema Abschied von den Tieren begleitet mich als Tierbesitzer seit vielen Jahren. Ich hatte ja schon von Kind an immer Tiere. Ab 18 dann eigene Pferde und auch einen Hund. Ich durfte mein erstes Pferd Daddy und auch mein zweites Pferd Chico auf ihrem letzten Weg begleiten, 2016 auch meinen Seelenhund Gismo. Es sind immer Zeitpunkte in meinem Leben gewesen, in denen ich mich sehr verbunden gefühlt habe, mit meinen Tieren, die mir ewig in Erinnerung bleiben werden.

Mein Pferd Daddy schlief mit dem Kopf auf meinem Schoss ein. Chico ebenfalls in meinen Armen. Gismo reichte mir am Tag seines Abschieds diese Botschaft:
    Ein Teil von mir wird immer bei dir sein! Der Teil, der zu dir gehört.
    Ein Teil von dir wird immer bei mir sein! Der Teil, der zu mir gehört.

und genauso erlebe ich es mit all meinen Tieren. Von jedem von ihnen ist ein Teil in meinem Herzen. Die Verbindung ist da, denn unsere Seelen sind auf ewig verbunden.

Als mich *Herzenspfade* von Beate Seebauer erreichte, war ich total berührt:

Gleich als ich das Buch zur Hand genommen habe, habe ich eine tiefe Verbindung gespürt. Der Abschied von meinen Tieren ist etwas, das mich persönlich, aber auch in meiner Arbeit als Pferdeflüsterin immer wieder zutiefst berührt. Diese tiefe Verbindung, die ich zu jedem meiner eigenen Tiere habe und hatte, war beim Hineinspüren in das Buch sofort für mich spürbar. Und ich war so berührt, dass gleich Tränen geflossen sind. Es war, als wären ALLE meine Tiere – egal ob lebend oder schon tot - plötzlich ganz da.

Es brauchte dann ein paar Tage bis ich tatsächlich beginnen konnte zu lesen, weil es mich so sehr berührte, vor allem auch, weil der Tod meines Seelenhundes sich in dieser Zeit genau zum 2. Mal jährte. Es brauchte ein paar Tage, in denen ich mir den Raum schaffte, um mich dem Thema zu stellen, denn ich konnte nicht abschätzen, was passieren würde, wie sehr ich wieder in diese „alte“ Trauer, in diese Zeit hineinkippen würde, wenn mich das bloße in der Hand halten dieses Buches schon so sehr berührte. Und ich habe einen kleinen Sohn, der mich noch braucht. Also musste einfach wirklich Raum dafür geschaffen werden.

Beate lies mich in dem Buch eintauchen in ihre Gefühlswelt, in die 100 Tage der Trauer nach dem unerwarteten Tod ihrer geliebten Hündin Safi und ich verneige mich aus ganzem Herzen vor ihr, das tue ich vor jedem Menschen, der sich dem stellt. Durch den Tod meiner Pferde Daddy und Chico, sowie meines Hundes Gismo und auch durch die Begleitungen von Menschen, die ihre Tiere gehen lassen müssen oder mussten, kann ich alles, was Beate beschreibt, bestätigen, z.B. die Fassungslosigkeit, das Gefühl der Ungerechtigkeit, das sich Ablenken wollen, die Wut, das verletzte innere Kind, der Verlust von Raum und Zeit und auch der Neubeginn.

Bei meinen eigenen Tieren war der Tod nie plötzlich, sondern immer abzusehen oder ich hatte einfach „so ein Gefühl“, dass es bald soweit ist. Und trotzdem bin ich all das Durchlaufen, was auch Beate in ihrem Buch beschreibt. Manche Dinge sind dann einfach schon vor dem eigentlichen Tod passiert, wie z.B. dass mein verletztes inneres Kind Amok gelaufen ist oder auch die spirituelle Aussage, dass ich loslassen lernen müsse.

Ich kann das Buch wirklich jedem Tierbesitzer ans Herz legen! Denn es ist hilft einfach diesen Prozess besser zu verstehen. Vor allem unterstützt es den Leser auch mit den Übungen und Meditationen, die das Buch enthält, dabei bei sich zu bleiben und das zu tun, was für dich selbst gut ist. Denn genau darum geht es. Trauer ist kein Programm, das einfach abgespult oder abgearbeitet wird. Jeder darf auf seine eigene Art und Weise da durch.

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